Jede Minute stirbt weltweit eine Frau an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt. 99,9 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Dort liegt das statistische Risiko, an einer Schwangerschaft oder Geburt zu sterben, bei 1:26, während es in der Schweiz 1:7300 beträgt. Die Regierungen weltweit haben allen bessere Chancen versprochen:
Die Schweiz hat das Aktionsprogramm der internationalen Konferenz für Bevölkerung und Entwicklung ICPD in Kairo von 1994 ratifiziert. Darin werden reproduktive Gesundheit, Zugang zu Familienplanung und Bildung und die Stärkung der Rechte der Frauen als Voraussetzung für eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung anerkannt. Der Bedeutung der reproduktiven Gesundheit wurde mit dem UNO-Millenniums-Entwicklungsziel MDG 5 zusätzlich Gewicht gegeben: Konkret wird mit MDG5 das Ziel gesetzt, von 1990 bis 2015 die Müttersterblichkeit um drei Viertel zu senken und Zugang für alle zu reproduktiver Gesundheit zu ermöglichen. Die Schweiz hat sich auch den Millenniums-Entwicklungszielen verpflichtet.
Mit der vorliegenden Petition möchten wir die Behörden fünf Jahre vor Ablauf des Aktionsprogramms an die auch von der Schweiz eingegangenen Verpflichtungen erinnern. Wir fordern das Parlament und den Bundesrat auf, anlässlich des 15Jahre Jubiläums von ICPD aktiv zu werden und Massnahmen zu treffen, um weltweit die Gesundheit von Schwangeren, Müttern und Neugeborenen zu verbessern.
Insbesondere fordern wir den Bundesrat dazu auf:
Sich für die Umsetzung des internationalen Aktionsprogramms von Kairo und von MDG 5 verstärkt einzusetzen.
Dafür zu sorgen, dass der Beschluss von National- und Ständerat, das Budget für die Entwicklungszusammenarbeit bis 2015 auf 0,5% des Bruttoinlandeinkommens zu erhöhen, zügig umgesetzt wird.
In der Entwicklungszusammenarbeit mehr in die sexuelle und reproduktive Gesundheit zu investieren.
Sicherzustellen und zu überprüfen, dass die Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, einer der fünf strategischen Prioritäten im Gesundheitsbereich in der Schweizerischen Entwicklungspolitik, einem Schwerpunkt entsprechend umgesetzt wird.
Sicherzustellen, dass die sexuelle und reproduktive Gesundheit auch langfristig zu den strategischen Prioritäten im Gesundheitsbereich der schweizerischen Entwicklungspolitik gehört und als solche auch nach der Reorganisation der DEZA in der Gesundheitspolitik ab 2010 als Schwerpunkt im Bereich Gesundheit ausdrücklich erwähnt wird.
Auch in der Schweiz dafür zu sorgen, dass alle Zugang zu Dienstleistungen im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit haben, insbesondere auch vulnerable Gruppen wie Migrantinnen.
Dafür zu sorgen, dass die in der Bundesstrategie Migration und Gesundheit festgelegte Vision Chancengleichheit zügig umgesetzt wird.